Herbstexkursion der Antiquarischen Gesellschaft Pfäffikon vom 3. September 2023

Unsere diesjährige Exkursion führte uns nach Arbon am Bodensee. Arbon hat sich vor allem einen Namen als Industriestadt erarbeitet, hat aber auch sonst viel zu bieten. Nicht nur weit-läufige Seeufer laden zum Verweilen ein, auch die Altstadt besticht durch wunderschöne historische Bauten und ein markantes Schloss.

Pünktlich um 08:00 Uhr begannen wir unsere Reise mit einem Car und genossen zuerst Kaffee und Gipfeli im „Roten Kreuz“ in Arbon. Von da aus waren es nur ein paar Gehminuten am Seeufer entlang bis zum ersten Höhepunkt, dem Saurer-Museum.

In zwei Gruppen wurde abwechslungsweise eine Führung durch die Saurer-Textilmaschinen und die Saurer-Nutzfahrzeuge durchgeführt.

Die Firma Saurer wurde 1863 von Adolph Saurer gegründet, einem deutschen Einwanderer. Bereits 1853 gründete er in St. Gallen eine mechanische Werkstätte und Giesserei und verlegte seine Firma 1863 nach Arbon. Ab 1869 entwickelte Saurer auch Stickmaschinen und ab Ende 19. Jahrhundert Verbrennungsmotoren. So kamen ab 1904 Saurer-Lastwagen dazu und später auch Webstühle.

In kurzer Zeit avancierte die Firma Saurer zu einem Fahrzeughersteller von Weltruf und so wurden auch in diversen Ländern in Europa und in den USA Saurer-Nutzfahrzeuge in Lizenz hergestellt. Während des zweiten Weltkriegs wurde das Angebot mit Militärfahrzeugen für die Schweizer Armee erweitert.

Einiges später begann der Niedergang der Fahrzeugproduktion, die Produktion ziviler Fahrzeuge und Busse wurde 1983 eingestellt, jene der Militärfahrzeuge 1986. Der Webstuhlbereich florierte weiterhin und wurde nach einigen Besitzerwechseln schlussendlich nach China verkauft. Die Konsequenz war, dass nur noch wenige Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung in Arbon verblieben.

 


Unsere beiden Führer für Textilmaschinen und Fahrzeuge waren selber noch aktiv in der Produktion beschäftigt und zeigten uns mit viel Herzblut die tollen Produkte der Firma Saurer. Alle Maschinen und Fahrzeuge werden von einem grossen und motivierten Mitarbeiterteam unterhalten und sind heute noch betriebstüchtig. Sie erklärten aber auch, wie schmerzhaft der Niedergang dieser bedeutenden Schweizer Industriefirma für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war.

Zum Mittagessen dislozierten wir nach Rorschach ins „Hafenbuffet“ mit schönem Blick auf den Hafen und stärkten uns für den Nachmittag.

 

Danach teilten wir uns wieder in zwei  Gruppen auf, eine Gruppe besuchte das Schlossmuseum, die andere nahm an einer Altstadtführung teil. 


Das Museum im Schloss Arbon zeigt die mehr als 5`500 Jahre alte Geschichte von Arbon. Jungsteinzeit, Bronze- und Römerzeit (Arbor Felix), das Mittelalter und die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert sind mit teils einmaligen Exponaten dokumentiert. 

Auch die Altstadtführung war sehr eindrücklich, ein kompetenter Führer und ehemaliger Stadtpolitiker konnte uns mit vielen geschichtlichen Ereignissen und aktuellen Anekdoten begeistern.

Nach so viel Eindrücken war es Zeit für einen kleinen Apéro, den wir im Schlossgarten zu uns nahmen, bevor wir uns wieder auf die Heimreise nach Pfäffikon machten, wo wir pünktlich um 18:00 Uhr ankamen.

Für die Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon

 

Organisation und Bericht / Werner Hasler